Das Rathausgebäude

 

In der nordöstlichen Ecke des heutigen T.-G.-Masaryk-Platzes, an der Stelle eines ehemaligen Giebelhauses mit Räucherei und dem berühmten Gasthaus „U Heroltů“ (Sitz des patriotischen Vereins „Měšťanská beseda“), das hier im Jahr 1850 an der Stelle der ursprünglichen Jesuitenresidenz aus den Jahren 1648–1663 (die bis zur Fertigstellung des provisorischen, zunächst aus Holz errichteten Klosters auf der Svatá Hora diente), entstand in den Jahren 1889–1891 ein repräsentatives Gebäude, das gleichzeitig als Sparkasse und Rathaus diente.
Das Baugrundstück wurde in den Jahren 1887–1888 erworben, als es gelang, das bereits erwähnte Restaurant von Kateřina Heroltová für 16.060 Goldstücke sowie das angrenzende Anwesen von Prokop Laimann für 4.650 Goldstücke aufzukaufen. Nach dem Abriss dieser Häuser wurde mit dem Bau des neuen Gebäudes gemäß der ausgearbeiteten Projektdokumentation begonnen, die von einer wahrhaft renommierten Persönlichkeit erstellt worden war.

Diese verantwortungsvolle Aufgabe übernahm damals nämlich der bedeutende Prager Architekt Vojtěch Ignác Ullmann (1822–1897), worauf auch eine Gedenktafel im Vorraum des Gebäudes hinweist. Zu seinem Team gehörte ein weiterer berühmter Architekt, Bedřich Münzberger (1846–1928).
Die Wahl fiel keineswegs zufällig auf Ullmanns Atelier, denn dieses Büro zeichnete sich durch herausragende Arbeiten im damals in unserem Land modischen neorenaissance-Stil aus, wovon insbesondere die in Prag realisierten Projekte zeugen – z. B. der Bau des Hauptsitzes der Tschechischen Sparkasse an der Národní třída, das Gebäude des Provisorischen Theaters, der Lažanský-Palast, die Gebäude der Höheren Mädchenschule in der Vodičkova-Straße und der Tschechischen Technischen Universität am Karlov-Platz sowie weitere in der tschechischen Hauptstadt und anderswo.
Die von Josef Štekra geleitete Stadt-Sparkasse und der Bürgermeister Karel Hail, der an der Spitze der Stadt Příbram stand, wollten auf dem Hauptplatz ein würdiges Gegenstück zu dem prunkvollen Empir-Gebäude der Bergbaudirektion schaffen, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft der geplanten Sparkasse und des Rathauses befand. Ullmann und Münzberger versuchten zu beweisen, dass der Neorenaissance-Stil besonders gut für Gebäude geeignet ist, die als markante Dominanten bedeutender Straßen und Plätze fungieren.

Im Mittelpunkt ihres Vorhabens standen das edle Erscheinungsbild des Gebäudes mit seiner reich gegliederten Fassade sowie die zweckmäßige Nutzung der Innenräume. Und genau diese Merkmale erfüllt das zweistöckige Gebäude des Rathauses und der Sparkasse, das auf Kosten von 65.295 Goldmark und 25 Kreutzer von der Firma des führenden Příbramer Bauunternehmers Antonín Bastl (1838–1901) errichtet wurde.
Bastl realisierte in Příbram und Umgebung eine Reihe bedeutender Bauwerke, darunter beispielsweise die Gebäude des Gymnasiums (heute Medizinische Oberschule und Höhere Fachschule für Gesundheitswesen Příbram), der Lehrerbildungsanstalt (heute Handelsakademie und Höhere Fachschule Příbram), Mädchen- und Jungenschulen, das Bezirkskrankenhaus (überwiegend medizinische Einrichtungen), das Waisenhaus (heute Allgemeine Krankenkasse, Zweigstelle Příbram), Friedhofskapellen sowie der Kirchen St. Prokop und St. Adalbert in Březohory. Er war an den Umbauten der St.-Jakobs-Kirche und des Areals in Svatá Hora beteiligt und errichtete zahlreiche private Wohnhäuser und weitere Gebäude.

An dem Gebäude, das heute als Rathaus dient, können wir fein gearbeitete Stuckarbeiten, aufwendig gestaltete Balustraden und Gesimse, einfallsreiche Fensterlaibungen, einen Giebel mit dem Stadtwappen und weitere Elemente bewundern, darunter Chronogramme mit römischen Ziffern, die das Baujahr angeben, und Ähnliches. Im Innenraum wurde der Schwerpunkt auf eine markante Eingangshalle und eine Treppe gelegt, die ebenfalls mit der Symbolik der Stadt verziert sind, sowie auf zweckmäßig gestaltete Verwaltungsräume. Im Jahr 1891 zog zunächst die Sparkasse in das neue Gebäude ein, und auch das Rathaus fand hier im Erdgeschoss und im 2. Stock seine Räumlichkeiten.

Dieser hatte seit 1869 seinen Sitz im benachbarten Gebäude, dem sogenannten alten Rathaus und der Sparkasse. Dieses Haus wird auch heute noch vom Stadtamt Příbram genutzt. Von den historischen Bauelementen fallen auf den ersten Blick vor allem die steinerne Einfassung der Einfahrt zum Innenhof von der Tyršova-Straße sowie der Haupteingang ins Auge, der ebenfalls mit einer steinernen Einfassung und interessanten, mit Metallbeschlägen verzierten Holztüren versehen ist und zum T.-G.-Masaryk-Platz hin führt.

Mit der Umsetzung dieses Projekts krönte Karel Hail, der wohl bedeutendste Bürgermeister in der Geschichte von Příbram, sein verdienstvolles Wirken zum Wohle der Stadt. Einen nicht minder wichtigen Anteil hatte auch der Direktor der Sparkasse, Josef Štekr. In den Jahren 1921–1922 erfolgte an der Südseite des Gebäudes ein umfangreicher Anbau eines neuen Teils der Sparkasse, um dem wachsenden Geschäftsbetrieb gerecht zu werden und der Öffentlichkeit entsprechende Dienstleistungen zu bieten. Auch die Erweiterung der Verwaltungsräume im Příbramer Rathaus spielte dabei eine Rolle.

Die Ecke des Rathauses schmückte der akademische Bildhauer Václav Šára (1893–1951) im Jahr 1932 mit einem Wappen der Stadt Příbram aus Sandstein, das von Bergleutefiguren eingerahmt wird. Das Kunstwerk entstand auf Kosten der Příbramer Industrieunternehmen. Der Entwurf stammte vom akademischen Maler Karel Hojden (1893–1975).

 

Budova radnice

 

Aktualisiert: 31. 5. 2026 v 22:03:08

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